Bei der Auswahl einer Verpackung wird oft auf den Preis pro Kilo oder pro Stück geschaut. In der Praxis sagt das wenig über die tatsächlichen Kosten aus. Die Total Cost of Ownership (TCO) vermittelt ein viel realistischeres Bild, da sie alle Kosten berücksichtigt, die während der Produktion, der Logistik und der Nutzung entstehen.
Für Unternehmen mit automatisierten Verpackungslinien liegen die größten Einsparungen selten im Materialpreis pro Kilo, sondern vielmehr in der Prozessoptimierung.
1. Materialeinsatz und Effizienz
Der sichtbarste Kostenfaktor ist das Material selbst. Dennoch liegt hier direktes Optimierungspotenzial:
- Überdimensionierung von Folie (zu dick oder zu groß)
- Unnötige Sicherheitsmargen
- Verschnitt und Restmaterial
Durch eine Reduzierung der Wandstärke lässt sich der Materialverbrauch oft um 5–15% senken, sofern die Leistungsfähigkeit erhalten bleibt.
2. Maschinenstillstand und Ausfallzeit
Einer der größten versteckten Kostenfaktoren ist Stillstand:
- Folienstörungen
- Mangelhafte Dichtungsleistung
Jede Minute Stillstand bedeutet Verlust an Output, Kapazität und Effizienz. Folie zum Beispiel FFS-Film, die besser auf die Maschine abgestimmt ist, kann diese Kosten signifikant senken.
3. Rollenwechsel und Produktionsstopps
Die Länge und der Aufbau von Folienrollen haben direkte Auswirkungen auf die Linie:
- Mehr Meter pro Rolle = weniger Rollenwechsel
- Weniger Stopps = höherer Durchsatz
Der Unterschied zwischen Standard- und optimierten Touren kann Dutzende Stopps pro Woche ausmachen.
4. Laufeigenschaften und Verarbeitbarkeit
Folie muss nicht nur technisch stimmen, sondern auch konstant Leistung bringen:
- Stabile Folienführung
- Konstante Dicke
- Vorhersehbares Dichtungsverhalten
Eine schlechte Laufbarkeit führt zu kleinen Störungen, die sich zu Effizienzverlusten summieren.
5. Verpackungssteuer und Abfallbewirtschaftungsbeitrag
In vielen europäischen Ländern, darunter auch in den Niederlanden, zahlen Unternehmen einen Beitrag für die Menge an Verpackungsmaterial, die sie auf den Markt bringen. Diese Kosten hängen direkt vom Gewicht und zunehmend auch von der Recyclingfähigkeit der Verpackung ab.
Bedenken Sie:
- Abfallentsorgungsbeitrag (z. B. über Verpact (in den Niederlanden)
- Tarifdifferenzierung auf der Grundlage der Recyclingfähigkeit
- Zukünftige Kosten aus PPWR und die EPR-Vorschriften
Das bedeutet konkret:
- Mehr Material = höhere Baukosten
- Schlecht recycelbare Verpackungen = höhere Gebühren
- Nicht konforme Verpackungen = zukünftiges finanzielles Risiko
Dickenreduzierung und recycelbares Design wirken sich dadurch nicht nur auf den Materialverbrauch aus, sondern haben auch direkte Auswirkungen auf die jährlichen Kosten.
6. Transport und Logistik
Folie auf Rollen ist logistisch effizienter als vorgeformte Verpackungen:
- Mehr Meter pro Palette
- Weniger Transportvorgänge
- Geringere Lagerkosten
Dies hat direkte Auswirkungen sowohl auf die Kosten als auch auf die CO₂-Emissionen.
7. Abfall und Verwertung
Abfallströme bringen Kosten mit sich:
- Schnittverlust
- Ablehnung
- Bearbeitungskosten
Geringerer Materialeinsatz und bessere Prozessstabilität führen zu weniger Abfall.
Schlussfolgerung
Die echten Kosten von Verpackungen liegen nicht im Folienpreis, sondern im Gesamtbild aus Material, Maschine und Prozess. Unternehmen, die auf TCO statt auf den Stückpreis steuern, realisieren strukturelle Einsparungen und eine stabilere Produktion.
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