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25. Juni 2026

Plastic Detox auf Netflix: Wie sieht F&E-Ingenieur Alex Bond die Zukunft von Kunststoffverpackungen?

Die Netflix-Dokumentation Plastic Detox sorgt weltweit für Diskussionen. In der Dokumentation wird ein klarer Zusammenhang hergestellt zwischen der Exposition gegenüber bestimmten Chemikalien in Kunststoffen, wie BPA und Phtalaten, und Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Fruchtbarkeit.

Das wirft Fragen auf. Was bedeutet dies für die Verpackungen, die KIVO produziert? Wie wird in Europa damit umgegangen? Und welche Rolle spielen Gesetzgebung, Lebensmittelsicherheit und Materialentwicklung?

Wir kamen darüber mit Alex Bond, R&D Engineer bei KIVO Plastic Verpakkingen, ins Gespräch. Aus seiner täglichen Arbeit mit Rohstoffen, Rezepturen, Lebensmittelsicherheit und europäischen Vorschriften heraus gibt er seine Sichtweise auf die Dokumentation sowie auf die technische Realität hinter flexiblen Verpackungen wieder.

“Der Dokumentarfilm berührt ein wichtiges Thema”

Laut Alex berührt Plastik-Detox ein Thema, das ernst genommen werden muss. Die Dokumentation zeigt, dass bestimmte Stoffe wie BPA und Phtalate einen negativen Einfluss auf die Gesundheit und Fruchtbarkeit haben können.

“Das sind Stoffe, von denen inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass sie bei einer Exposition oberhalb bestimmter Werte schädliche Wirkungen haben können. Es ist daher logisch, dass diese kritisch betrachtet werden.”

Gleichzeitig fügt er eine wichtige Anmerkung hinzu.

“Der Dokumentarfilm spielt in den Vereinigten Staaten. Die europäische Situation ist glücklicherweise anders. Innerhalb Europas werden Materialien für den Lebensmittelkontakt seit vielen Jahren innerhalb eines strengen rechtlichen Rahmens bewertet. Dabei wird nicht nur auf das Vorhandensein eines Stoffes geschaut, sondern vor allem auf die tatsächliche Exposition und das Risiko.”

Laut Alex ist es wichtig, zwischen Gefahr und Risiko zu unterscheiden. Ein Stoff kann bestimmte Eigenschaften haben, aber das bedeutet nicht automatisch, dass er unter allen Umständen ein Risiko für Verbraucher darstellt.

BPA und Phthalate kommen in KIVO-Folien nicht vor

Ein wichtiger Teil der Dokumentation handelt von BPA und Phthalaten. BPA wird in bestimmten hartem Kunststoffen verwendet, während Phthalate vor allem als Weichmacher bekannt sind, die Materialien flexibel machen.

Für die flexiblen Verpackungen, die KIVO herstellt, sind diese Stoffe kein Bestandteil der Rezeptur.

“Wir verwenden kein BPA und keine Phthalate in den Verpackungen, die wir produzieren. Darüber hinaus fordern wir von jedem Lieferanten Erklärungen, in denen bestätigt wird, dass diese Stoffe in den von uns verwendeten Rohstoffen nicht enthalten sind.”

Bevor ein Rohstoff zum Einsatz kommt, wird er auf der Grundlage der europäischen Rechtsvorschriften und der Anforderungen an die Lebensmittelsicherheit geprüft. Dabei werden die vollständige Zusammensetzung, die Verwendungsmöglichkeiten und die Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften für verschiedene Märkte weltweit berücksichtigt.

Bisphenol A in Kunststoffen

Europa ist führend bei der Regulierung

Ein wichtiger Unterschied zwischen der Situation in der Dokumentation und der europäischen Praxis liegt laut Alex in der Regulierung.

Europa arbeitet mit umfassenden Rechtsvorschriften wie REACH, EFSA-Richtlinien und spezifischen Lebensmittelkontaktvorschriften. Nur Stoffe, die ausführlich bewertet wurden, dürfen in Lebensmittelkontaktmaterialien verwendet werden.

“Europa verfolgt einen präventiven Ansatz. Stoffe werden zunächst bewertet, bevor sie verwendet werden dürfen. Das unterscheidet sich von dem amerikanischen Ansatz, der in vielen Fällen weniger streng ist.”

Daar kommt de komende jaren nog aanvullende wetgeving bij. De Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) legt extra nadruk op recyclebaarheid, materiaalreductie en het verder beperken van zorgwekkende stoffen in verpakkingen.

Für Alex ist das eine positive Entwicklung.

“Neue Regelungen sorgen dafür, dass die gesamte Branche weiterhin创新iert. Sie hält Hersteller in Bezug auf Sicherheit, Kreislaufwirtschaft und Materialverbrauch auf Trab.”

Was bedeutet Migration eigentlich?

In der Dokumentation wird angedeutet, dass Stoffe aus Verpackungen in Lebensmittel gelangen können. Dieser Vorgang wird als Migration bezeichnet.

Die Migration ist innerhalb Europas ein umfassend untersuchter und kontrollierter Bestandteil der Lebensmittelsicherheit. Verpackungen werden mit verschiedenen Lebensmittelsimulanzien wie Öl, Ethanol und Essig getestet, die unterschiedliche Lebensmittelarten nachahmen.

Unter standardisierten Bedingungen wird anschließend gemessen, welche Stoffe eventuell aus der Verpackung in das Prüfsimulanz migrieren. Diese Ergebnisse werden mit gesetzlichen Migrationsgrenzwerten verglichen, die auf der Grundlage wissenschaftlicher Risikobewertungen festgelegt wurden.

“Sicher innerhalb der Grenzen bedeutet, dass die Exposition weit innerhalb der Grenzen bleibt, die von den europäischen Behörden festgelegt wurden. Das wird nicht angenommen, sondern tatsächlich getestet.”

Recycling und Lebensmittelsicherheit gehen Hand in Hand

Auch Recyclat taucht regelmäßig in Diskussionen über Verpackungen und Gesundheit auf. Dabei herrscht manchmal Unklarheit über die Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten von recycelten Rohstoffen.

Für den direkten Lebensmittelkontakt gilt, dass Post-Consumer-Rezyklat (PCR) nicht in flexiblen Lebensmittelverpackungen verwendet wird. Der Grund dafür ist einfach: Der Ursprung des Materials ist nicht immer vollständig rückverfolgbar.

“Bei PCR weiß man nicht immer genau, welche Anwendungen das Material in einem früheren Leben gehabt hat. Dadurch können unbekannte Verunreinigungen vorhanden sein.”

KIVO entscheidet sich daher für einen anderen Ansatz. Über KIVO Recycling wird mit postindustriellem Rezyklat (PIR) aus einem kontrollierten und rückverfolgbaren Kreislauf gearbeitet. Da die Herkunft des Materials bekannt ist, kann es unter strengen Auflagen wiederverwendet werden, sofern dies gesetzlich zulässig ist.

Dieser Fokus auf kontrollierte Materialströme steht im Einklang mit KIVOs breiterer Vision zur Kreislaufwirtschaft und zur Zusammenarbeit in der Lieferkette. Das Ziel ist es, Verpackungen mit der geringstmöglichen Umweltbelastung zu entwickeln, ohne Kompromisse bei der Lebensmittelsicherheit oder der Funktionalität einzugehen.

recycled_pcr_content

Plastik ist nicht immer das Problem

Eines der am meisten besprochenen Themen aus der Dokumentation ist der Aufruf, Plastik so weit wie möglich zu vermeiden. Laut Alex ist das jedoch nicht immer die nachhaltigste Lösung.

“Plastik wird oft nach seiner Sichtbarkeit beurteilt. Aber wenn man das Gewicht, den Materialverbrauch, die Transportauswirkungen und die Lebensmittelverschwendung betrachtet, erweist sich Plastik bei vielen Anwendungen als eine äußerst effiziente Lösung.”

Ein bekanntes Beispiel ist die Folie um Gurken herum. Obwohl diese Verpackung regelmäßig als Beispiel für überflüssiges Plastik genannt wird, erfüllt sie in der Kette eine klare Funktion. Eine Folie von etwa 12 Mikrometern, beziehungsweise 0,012 Millimetern, kann die Haltbarkeit von wenigen Tagen auf etwa zwei Wochen verlängern. Dadurch wird Lebensmittelverschwendung während Transport und Distribution stark reduziert.

Gleichzeitig berührt dies eine breitere Frage: Wenn wir als Gesellschaft wirklich weniger Plastik verwenden wollen, erfordert dies auch etwas von unserem Konsumverhalten. Das ganze Jahr über Produkte essen zu wollen, die nicht lokal verfügbar sind, bedeutet, dass diese Produkte oft über größere Entfernungen transportiert werden müssen. In diesen Lieferketten ist Verpackung regelmäßig notwendig, um Qualität und Haltbarkeit zu bewahren. Weniger Plastik zu verwenden kann daher nicht losgelöst von Entscheidungen rund um saisonale Ernährung, lokale Produktion und kürzere Lieferketten gesehen werden.

“Die Frage muss nicht nur lauten, ob Plastik verwendet wird, sondern auch, warum es verwendet wird. Manchmal ist weniger Verpacken möglich. Manchmal erfordert weniger Plastik gerade eine andere Art des Produzierens, Vertreibens und Konsumierens.”

Materialreduktion als Ausgangspunkt

Genau deshalb setzt KIVO seit Jahren auf Dickenreduzierung. Indem Verpackungen immer dünner gemacht werden, wird weniger Material verwendet, während die Funktionalität erhalten bleibt.

Dieser Ansatz schließt direkt an die Ziele der PPWR an, in der die Verpackungsminimierung eine wichtige Rolle spielt. Die neuen Regelungen fordern Hersteller auf, Verpackungen weiter zu optimieren und Überverpackung zu vermeiden.

“Die nachhaltigste Verpackung ist oft nicht die Verpackung, die durch ein anderes Material ersetzt wird, sondern die Verpackung, die genau das tut, was erforderlich ist, mit so wenigen Rohstoffen wie möglich.”

mechanisches Recycling

Innovation unter dem Einfluss der PPWR

Das Aufkommen neuer Regulierung sorgt auch für technische Herausforderungen. So arbeitet KIVO aktiv an Alternativen zu Additiven, die unter zukünftigen Vorschriften unter Druck geraten.

Ein Beispiel hierfür sind PFAS-haltige Verarbeitungshilfsmittel, die in der Vergangenheit verwendet wurden, um Produktionsprozesse zu optimieren.

“Die Vorschriften zwingen uns dazu, neue Lösungen zu entwickeln. Das erfordert Zeit und Forschung, aber letztendlich führt es zu besseren und zukunftssicheren Verpackungen.”

Laut Alex dreht sich genau darum alles bei Innovationen in der Verpackungsindustrie: die ständige Suche nach der richtigen Balance zwischen Funktionalität, Lebensmittelsicherheit, Recycelbarkeit und Umweltauswirkungen.

Ein nuancierter Blick auf Plastik

Die wichtigste Schlussfolgerung, die Alex aus Plastik-Detox gilt, dass das Gespräch über Kunststoff von Nuancen profitiert. Gleichzeitig findet KIVO es wichtig, dass diese Dokumentation gemacht wurde. Der Film trägt zur Bewusstseinsbildung bei und setzt ein gesellschaftlich relevantes Thema auf die Agenda. Deshalb empfehlen wir jedem, sich die Dokumentation anzusehen.

Als Hersteller von flexiblen Verpackungen sind wir uns unserer Rolle in dieser öffentlichen Debatte sehr bewusst. Genau deshalb wollen wir klar erklären, welche Entscheidungen wir treffen, welche Stoffe wir nicht verwenden und wie europäische Gesetzgebung, Lebensmittelsicherheit und Materialentwicklung in der Praxis zusammenkommen.

Ja, es gibt Stoffe, deren gesundheitliche Auswirkungen bekannt sind. Ja, es gibt Herausforderungen im Zusammenhang mit Mikroplastik und Kreislaufwirtschaft. Aber gleichzeitig gibt es in Europa umfassende Gesetzgebung, kontinuierliche Innovation und einen wachsenden Fokus auf sichere und recycelbare Verpackungen.

Für KIVO bedeutet dies, weiterhin in Materialreduzierung, sichere Rohstoffe, recycelbare Verpackungen und kreislauforientierte Lösungen zu investieren, die den Anforderungen von heute und morgen entsprechen.

“Plastik ist kein Selbstzweck. Es ist ein Material. Unsere Aufgabe ist es sicherzustellen, dass es auf eine sichere, effiziente und zukunftsfähige Weise angewendet wird.”

Genau das ist die Herausforderung, vor der die Verpackungsindustrie in den kommenden Jahren steht. Und bei der Innovation, Regulierung und Wissenschaft immer näher zusammenrücken.

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